Die deutschen Mittelgebirge
Deutschland ist nicht nur das Land der Wälder, sondern auch das Land der Berge. Mittelgebirge gibt es in vielen deutschen Regionen. Sie sind beliebte Reiseziele. Aber was sind eigentlich Mittelgebirge? Wie entstanden sie, woran kann man sie erkennen und wo genau liegen sie?
Alle Gebirge in Deutschland, auβer den Alpen und den Voralpen, sind Mittelgebirge. Im Gegensatz zu den sogenannten Hochgebirgen sind sie kleiner. Allerdings gibt es in Deutschland auch viele Hügel. Sie haben nichts mit einem Gebirge zu tun. Für ein Mittelgebirge ist der Hӧhenunterschied zwischen dem Fuβ des Berges und dem Gipfel wichtig. Jedoch ist diese Hӧhe nicht genau festgelegt. Sie schwankt zwischen 200 und 500 Metern, je nach Region.
Entstehung und Merkmale eines Mittelgebirges
Die deutschen Mittelgebirge gehӧren zu den ältesten Gebirgen Europas. Ihr Aussehen hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Vor rund 350 Millionen Jahren sind sie durch die Bewegung tektonischer Platten entstanden. Mittelgebirge sind sozusagen die Reste von früheren Hochgebirgen. Sie waren ursprünglich viel hӧher. Wind und Regen haben die Gebirge uber Jahrtausende kleiner werden lassen. Dadurch entstand ihr typisches wellenartiges Aussehen. Für die Mittelgebirge ist es auch typisch, dass sie keine Baumgrenze haben. Auserdem gibt es auf den Bergen der Mittelgebirge keine Gletscher.
Die bekanntesten deutschen Mittelgebirge
In Deutschland gibt es über 40 Mittelgebirge. Zu den bekanntesten zählen der Thüringer Wald, die Schwäbische Alb, der Bayerische Wald, die Eifel oder die Rhӧn. Auch der Schwarzwald, das Erzgebirge und der Harz sind sehr bekannte Mittelgebirge.
Der Schwarzwald
Der Schwarzwald ist Deutschlands grӧβtes Mittelgebirge. Er liegt im Südwesten Baden-Württembergs an der Grenze zur Schweiz und zu Frankreich. Das Gebirge ist dicht bewaldet. Deshalb nannten schon die Rӧmer das Gebirge „Schwarzwald“. Neben Laubbäumen gibt es vor allem viele Fichten. Der Grund, warum es viele Fichten gibt, liegt im 19. Jahrhundert. Damals wurden viele Bäume gefällt. Der Schwarzwald schrumpfte auf zehn Prozent seiner Fläche. Um den Schwarzwald wieder aufzuforsten, wurden viele Fichten gepflanzt. Eine der Besonderheiten des Schwarzwaldes sind seine Pflanzen, die sonst nur noch in den Alpen vorkommen. Auch die Tierwelt ist exklusiv. So findet man dort nicht nur typische Tiere wie Hasen, Füchse und Dachse, sondern auch seltene Tierarten wie die Giftschlange Aspisviper. Im Schwarzwald gibt es viele Sehenswürdigkeiten. In alten Klӧstern und Museen kann man sich über die Traditionen der Gegend informieren. Dort erfährt man alles über die typischen Kuckucksuhren, die leckere Schwarzwälder Kirschtorte und die traditionellen Trachten, zu denen auch der sogenannte Bollenhut gehӧrt. Dieser Hut ist mit mehreren Kugeln aus Wolle verziert und kann bis zu zwei Kilogramm wiegen. Verheiratete Frauen tragen Hüte mit schwarzen Bollen, ledige Frauen Hüte mit roten. Heute kann man den Bollenhut noch bei besonderen Festen sehen.
Das Erzgebirge liegt im deutschen Bundesland Sachsen und bildet eine natürliche Grenze zu Tschechien. Der Name kam von dem dort vorhandenen Erz. Seit dem 12. Jahrhundert wurde Bergbau in der Region betrieben. Deshalb kann man dort noch heute den traditionellen Bergmannsgruβ „Glück auf!“ hӧren. Das Erzgebirge ist eine der am dichtesten bevӧlkerten Bergregionen Deutschlands. Als das Erz im 17. Jahrhundert immer weniger wurde, entwickelte sich das Handwerk. Die Bewohner des Erzgebirges sind vor allem für ihre Holzarbeiten und die Herstellung von Spielzeug bekannt. Holzarbeiten aus dem Erzgebirge sind ein beliebter Weihnachtsschmuck. Eines der berühmtesten Produkte ist der „Nussknacker“. Die Holzfigur ist für die Touristen ein sehr beliebtes Souvenir. Das Erzgebirge ist eine attraktive Urlaubsregion, weil man dort gut wandern und Ski fahren kann. Auβerdem gibt es viele Burgen und Schlӧsser. Eine weitere Sehenswürdigkeit des Erzgebirges sind seine Naturschutzgebiete. Sie bieten zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.
Der Harz
Der Harz ist das hӧchste Gebirge Norddeutschlands und liegt am Schnittpunkt dreier Bundesländer, nämlich Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der hӧchste Berg ist der Brocken mit 1 141 Metern. Der Harz ist groβflächig von Wäldern aus Buchen und Fichten bedeckt. Hier leben über 5 000 Tierarten, unter anderem der sehr seltene Schwarzstorch oder der Luchs. Besonders bekannt sind auβerdem die Harzer Moore. Sie entstanden am Ende der letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren. Das Moor bietet einen Lebensraum für viele Pflanzen, die noch aus der Eiszeit stammen. Für den Tourismus im Harz spielen die zahlreichen Strecken für Mountainbiker eine groβe Rolle. In sogenannten Bikeparks kӧnnen Rad